đŸ™‹â€â™€ïžMeine Zöliakiegeschichte

– wie alles begann

Seit 2017 hatte ich plötzlich immer wieder heftigste Bauchschmerzen – zuerst nur ein- bis zweimal im Jahr, spĂ€ter alle paar Monate. Ich erinnere mich an den ersten Anfall, als wĂ€re es gestern gewesen: Ich war in Berlin, besuchte eine Freundin im Auslandssemester und war leicht erkĂ€ltet. Vor dem Heimflug bekam ich höllische Schmerzen im Oberbauch, die in alle Richtungen ausstrahlten. Ich dachte an die Nieren oder irgendeine andere Reaktion auf die ErkĂ€ltung. Es ging vorbei – und ich vergaß es.

Doch die Schmerzen kehrten zurĂŒck. Immer wieder. Ich suchte Ärzte auf – und bekam alle möglichen ErklĂ€rungen:

Mal war es der RĂŒcken, mal ein „verdrehter“ Darm, dann wieder das Zwerchfell, die Galle oder die Nieren. Ich wurde mehrfach untersucht, Ultraschall, Checks – und irgendwann hieß es:

„Alles Lebensbedrohliche ist ausgeschlossen. Wenn Sie mit den Schmerzen leben können, dann ist es wohl einfach so.“

Damals dachte ich noch: Na gut. Zwei, drei Mal im Jahr halte ich das schon aus.

Aber es wurde schlimmer. Die Schmerzen kamen hĂ€ufiger, wurden intensiver – und vor allem spĂŒrte ich: Es war eindeutig der Darm. Nicht der RĂŒcken, nicht der Magen. Es war der Bauch. Besonders auffĂ€llig: Die AnfĂ€lle kamen oft im Urlaub.

Ich fing an, darauf zu achten, was ich gegessen hatte. Doch es war schwer greifbar. Mal war mir nach einem Apfel ĂŒbel, mal nach Pizza komplett aufgeblĂ€ht. Ich aß in den Ferien oft viel mehr Brot als zuhause – aber irgendwie brachte ich es nie in Verbindung mit Gluten.

Ich machte auch Erfahrungen mit histaminarmer ErnĂ€hrung, die half teilweise – aber wann hilft frisches, unverarbeitetes Essen nicht?

Die Verzweiflung wuchs, doch dann:

🍂 Der Wendepunkt

Im FrĂŒhjahr 2024 bekam ich eine GĂŒrtelrose. Sie war unangenehm – aber sie brachte auch etwas Entscheidendes mit sich:

Ich hatte meine Franchise bei der Krankenkasse aufgebraucht (2500 CHF
) – also dachte ich: Jetzt oder nie.

Ich forderte meine Ärzt*innen auf, endlich alles zu testen, was möglich war – UnvertrĂ€glichkeiten, Bakterien, einfach alles.

Zuerst kam ein Bakterientest (z. B. Helicobacter pylori) – negativ.

Dann: Magen- und Darmspiegelung.

Laktose? Negativ.

Ich dachte schon, es sei vielleicht Fruktose oder etwas anderes „Klassisches“.

đŸ’„ Die Diagnose

Als ich zur Nachbesprechung kam, rechnete ich mit vielem – aber nicht damit.

Mein Arzt eröffnete mir die Diagnose, als mĂŒsste ich mich noch am selben Tag vom Leben verabschieden. Und kurz fĂŒhlte es sich auch so an.

Der Spezialist hatte bei der Biopsie festgestellt: meine Darmzotten seien verkĂŒrzt – die eindeutige Diagnose:

Zöliakie.

Ich war ĂŒberwĂ€ltigt, ĂŒberfordert – und ehrlich gesagt: total verwirrt.

Meine Ärztin meinte, man mĂŒsse noch einen Bluttest machen, um die Antikörper zu bestimmen. Erst dann sei es „wirklich“ Zöliakie. Mein erster Schritt: nach Hause zu Mama weinen gehen.

Anschliessend wartete ich. Und dann kam der Anruf – ich war gerade (wie ich heute weiß: mit meinem allerletzten Döner) unterwegs nach Hause.

Sie sagte: „Die Werte sind nicht sehr hoch, aber positiv – es ist wohl Zöliakie.“

Ich verstand nur halb, wusste aber: Jetzt muss sich etwas Àndern.

đŸ©ș Der Neuanfang

Ich wechselte die Praxis – und kam zu einer unglaublich kompetenten Ärztin, die mir half, endlich zu verstehen:

Was ist Zöliakie? Was bedeutet das fĂŒr meinen Alltag? Was muss ich tun?

Sie unterstĂŒtzte mich mit konkreten Tipps, klaren ErklĂ€rungen – und dafĂŒr bin ich bis heute dankbar.

In einem GesprĂ€ch mit meiner ErnĂ€hrungsberaterin (falls du das liest: Danke, ich habe den Termin sehr geschĂ€tzt!) erfuhr ich ĂŒbrigens, dass es durchschnittlich rund 90 Monate bei Frauen und 60 Monate bei MĂ€nnern dauert, bis Zöliakie endlich erkannt wird.

Kein Wunder – die Liste an Symptomen ist so lang und diffus, dass es fast alles sein könnte.

Und doch frage ich mich manchmal:

Waren meine Symptome nicht eigentlich sehr deutlich?

Aber gut
 ich kam einfach nicht drauf.

đŸŒ± Heute

Heute weiß ich es besser – und lebe glutenfrei.

Nicht immer einfach, aber: Es geht.

Und genau deshalb möchte ich meine Erfahrungen teilen – damit du vielleicht nicht jahrelang rĂ€tseln musst wie ich.

Wenn du Schmerzen hast, Fragen, Unsicherheiten: Sprich darĂŒber. Fordere Tests ein. Lass dich ernst nehmen.

Und wenn du Zöliakie hast: Du bist nicht allein. 💛 Ich teile dir hier meine Geschichte, wie ich den Alltag erlebe, was medizinisch ansteht nach der Diagnose & vor allem wo du bedenkenlos glutenfreies Essen findest, ĂŒberall auf dieser Welt.

Wichtige Infos findest du ĂŒbrigens auch hier:

IG Zöliakie

NDR Dokumentation & Informationen zum Thema